Minijob während einer Umschulung ausüben – Was müssen Sie beachten?

Von Hartz4.de, letzte Aktualisierung am: 9. Oktober 2021

In vielen Fällen kann die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter eine Umschulung finanziell fördern. Während der Maßnahme erhalten Teilnehmer in der Regel weiterhin ALG-1- bzw. Hartz-4-Leistungen. Doch was geschieht, wenn Betroffene einen Minijob während einer Umschulung ausüben? Hat dies eine Verminderung der Leistungen zur Folge?

Das Wichtigste zum Thema „Umschulung und Minijob“ kurz und knapp zusammengefasst

Darf ich einen Minijob während einer Umschulung ausüben?

Grundsätzlich dürfen Teilnehmer an einer durch die Agentur für Arbeit geförderten Umschulung einen geringfügig bezahlten Job ausüben.

Was muss ich dabei beachten?

ALG-1-Empfänger müssen beachten, dass die wöchentliche Arbeitszeit bei diesem Job maximal 15 Stunden betragen darf. Das Nebeneinkommen kann in bestimmten Fällen auf die Leistungen angerechnet werden.

Was gilt für Hartz-4-Empfänger?

Auch Hartz-4-Empfänger dürfen einen Minijob während einer Umschulung ausüben. Ihr Einkommen für den Job wird dabei gemäß den Regelungen des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) auf die Leistungen angerechnet.

Dürfen Sie einen Minijob während einer Umschulung ausüben?
Dürfen Sie einen Minijob während einer Umschulung ausüben?

Führt ein Minijob während einer Umschulung zu einem geringeren Hartz-4-Anspruch?

Umschulung und Minijob schließen sich gegenseitig nicht aus.
Umschulung und Minijob schließen sich gegenseitig nicht aus.

Hartz-4-Empfänger dürfen trotz Leistungsbezuges einen Minijob oder eine andere Beschäftigung ausüben. Dies gilt auch, wenn sie eine Umschulung, die durch das Jobcenter gefördert wird, absolvieren.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Zuwendungen, die sie für den Job erhalten, bei der Berechnung des ALG 2 als Einkommen angerechnet werden. Die gesetzliche Grundlage stellt § 11 Abs. 1 SGB II dar:

Als Einkommen zu berücksichtigen sind Einnahmen in Geld abzüglich der nach § 11b abzusetzenden Beträge mit Ausnahme der in § 11a genannten Einnahmen. Dies gilt auch für Einnahmen in Geldeswert, die im Rahmen einer Erwerbstätigkeit, des Bundesfreiwilligendienstes oder eines Jugendfreiwilligendienstes zufließen.

Das Geld, welches durch den Minijob während der Umschulung erarbeitet wird, führt dazu, dass der Hartz-4-Anspruch gemindert wird. Allerdings sorgen bestimmte Freibeträge dafür, dass nicht das komplette Einkommen bei den Berechnungen berücksichtigt wird.

Hinsichtlich der Freibeträge für das Einkommen von Hartz-4-Empfängern gilt Folgendes:

  • Der Grundfreibetrag von 100 Euro ist stets anrechnungsfrei.
  • Einkommen zwischen 100 Euro und 1.000 Euro wird zu 20 Prozent nicht angerechnet.
  • Einkommen zwischen 1.000 Euro und 1.200 bzw. 1.500 Euro ist zu 10 Prozent anrechnungsfrei.

Dürfen ALG-1-Empfänger einen Minijob während einer Umschulung ausüben?

Nehmen Sie einen Minijob während einer Umschulung auf, müssen Sie dies der Agentur für Arbeit melden.
Nehmen Sie einen Minijob während einer Umschulung auf, müssen Sie dies der Agentur für Arbeit melden.

Grundsätzlich dürfen Arbeitslosengeld-1-Empfänger während des Leistungsbezuges eine selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit ausüben, mit der sie ein Nebeneinkommen erzielen. In der Regel ist es also möglich, dass Bezieher von ALG 1 einen Minijob während einer geförderten Umschulung ausüben.

Hierbei ist jedoch Folgendes zu beachten: Die Arbeitszeit darf in einer Kalenderwoche die Dauer von 15 Stunden nicht überschreiten. Arbeiten Personen für mehr als 15 Stunden, gelten sie nämlich nicht mehr als arbeitslos und haben damit keinen Anspruch mehr auf ALG-1-Leistungen.

Üben Sie einen Minijob während der Umschulung aus, müssen Sie dies der zuständigen Agentur für Arbeit unverzüglich mitteilen. Dort wird dann entschieden, wie der Nebenverdienst angerechnet wird. In der Regel wird dabei ein Freibetrag von 165 Euro im Monat angesetzt.

Nehmen ALG-1-Empfänger an einer Umschulung teil, müssen sie dem Arbeitsamt auch mitteilen, wenn sie vom Arbeitgeber bzw. dem Träger der Maßnahme Leistungen erhalten. Auch diese werden auf das Arbeitslosengeld 1 angerechnet. Hierbei wird, nach Abzug von Steuern und den Beitragsanteilen zur Sozialversicherung, ein Freibetrag von 400 Euro angesetzt.

Bildnachweise: fotolia.com/Robert Kneschke, fotolia.com/Gina Sanders

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